Hochzeitsbräuche

Die einen planen sie romantisch, die anderen lieben es glamourös, die Dritten wollen auch auf ihrer Hochzeit nicht auf urbanen Lifestyle verzichten. Hochzeiten sind so individuell und verschieden wie die Lebensentwürfe der Paare, die sich das Ja-Wort geben. Wer ein Fest auf dem Land arrangiert, möchte die legere, ungezwungene Atmosphäre genießen. Wer im repräsentativen Rahmen feiert, setzt auf nachhaltige Wirkung. Doch immer sind es Traditionen, die Eheschließungen begleiten.

Märchenhaft und wunderschön

Für viele Paare soll es der schönste Tag in ihrem Leben sein. Oft werden Jahre im Voraus Pläne für ein außergewöhnliches Fest zur Feier der Liebe und des Lebens geschmiedet. Hochzeitsvorbereitungen haben es in sich. Sie stellen eine harte Belastungsprobe für eine Beziehung dar. Wer diese Feuertaufe überstanden hat, der geht gut vorbereitet in die Ehe und schafft auch Hausbau, Karriere und Kindererziehung.

Ein Hochzeitsfest besteht nicht nur aus dem Wechseln der Ringe, vielen Glückwünschen, gemeinsamem Essen und Tanz. Traditionell gibt es viele Spiele, mit denen sich der Tag spannend gestalten lässt. Bräuche und Hochzeitsspiele zeigen nicht nur, wie verbunden das Brautpaar ist, sie führen auch die unterschiedlichen Gäste zusammen und sorgen für Stimmung, gleichzeitig verweisen sie auf die Liebe an sich, die die Generationen miteinander verbindet.

Alte Bräuche – junge Liebe

Schon bei der Kleidung der Braut fängt es an. Das Hochzeitskleid ist es nicht allein. Nach alter viktorianischer Tradition muss auch etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues und ein Glückspfennig dabei sein. Das Alte steht für die Bindung an die Familie, das Neue für den Beginn der Ehe als nächstem Lebensabschnitt, das Geliehene sollte von einem verheirateten Verwandten stammen, dessen Glück sich auf die frischgebackene Ehe überträgt, das Blaue steht für Treue und Reinheit.

Hinzu kommen Hochzeitsbräuche, bei denen sich das Paar als Team bewährt, wie das gemeinsame Zersägen eines Baumstamms, das Zusammensetzen eines Puzzles oder das Ausschneiden eines Herzens aus einer Leinwand.
Klassisch ist das Zertanzen des Brautschleiers um Mitternacht. Alle unverheirateten Damen versuchen dabei, ein Stück des Schleiers zu ergattern, denn er soll Glück bringen. Ganz ähnlich ist das Fangen des Brautstraußes gemeint, das die Nächste bestimmt, die ihren Liebsten heiraten darf.

Ein Höhepunkt des Festes: das Hochzeitscatering

Das Essen auf einer Hochzeit sollte der Gesamtidee des Festes entsprechen. Auf dem Land darf es rustikaler zugehen. Gekocht wird der Saison entsprechend mit regionalen Zutaten. Was könnte schöner sein, als Spargel in allen Variationen im Frühjahr oder deftig Gebratenes in der kalten Jahreszeit? Gern auch als Buffet gestaltet und mit kleinen Extras für die Kinder der Freunde und Verwandten versehen.

Gemeinsames Menü, Fingerfood und Kaffeetafel geben einem Hochzeitsfest eine orientierende Struktur. Zum verbindenden Anziehungspunkt kann ein Live Cooking zum Beispiel mit Nudeln aus dem Parmesanlaib oder ein hochwertiges Barbecue werden. Groß und klein bietet eine kulinarische Show Gesprächsstoff. Vorab sollte mit dem Caterer besprochen werden, ob vegetarische und vegane Elemente zu integrieren sind.

Das Highlight neben Brautkleid und Ringen ist und bleibt die Hochzeitstorte. Nach Stil und Motto des Festes geschmacklich konzipiert und gestaltet, steht sie im Zentrum vieler Hochzeitsbräuche:

  • Ihre 3 Stufen stehen für die Heilige Dreifaltigkeit.
  • Das Brautpaar schneidet die Torte gemeinsam an.
  • Das erste Stück wird zusammen unter dem Jubel der Gäste gegessen.

Ein Fest planen und gestalten

Ein Hochzeitstag ist lang. Damit er so aufregend wird, wie ihn sich alle wünschen, muss eine detaillierte Planung entworfen werden. Die Trauung steht im Zentrum des Vormittags, nach dem Sektempfang geht es zum Ort, an dem gefeiert wird. Schloss, Landhaus oder Club sind bereits empfangsbereit, sodass mit dem großen Speisen begonnen werden kann. Während des Essens oder später beim Tanz, kann es dem jungen Ehemann passieren, dass seine Braut entführt wird. Jetzt gilt es, sie in umliegenden Gastwirtschaften zu suchen. Dabei sollte er genügend Geld dabei haben, um die jeweils anfallende Zeche zu bezahlen und letztlich seine Liebste auszulösen. Vor dem gemeinsamen Kaffeetrinken um Mitternacht, sollte der Bräutigam fündig geworden sein, damit man zeitlich nicht in Verzug gerät.

Haute Cuisine zur Hochzeit per Catering

Auf einem Hochzeitsfest sollten sich Braut und Bräutigam einander sowie ihren Gästen widmen. Die Gestaltung des großen Tages delegiert man vorab am besten. Das Essen aussuchen damit es den Wünschen und Vorstellungen entspricht, Zeitpläne helfen dem Personal, damit nicht in unpassenden Momenten serviert wird.
In manchen Familien oder Regionen ist eine spezielle Hochzeitssuppe Tradition, andere beginnen gleich mit dem Carpacchio. Die Wahl der Speisen kann eine ganze Familiengeschichte erzählen oder von besonderen Bezügen des Brautpaars geprägt sein.
In jedem Fall gilt ein gelungenes Hochzeitsessen als gutes Omen für den Start in die Ehe.

Weitere Hochzeitsbräuche kurz aufgelistet

Reiswerfen: Beim Gang des Brautpaares durch die Spalier stehenden Gäste aus dem Standesamt oder aus der Kirche. Diese alte Tradition wird wegen des Hungers auf der Welt glücklicherweise aus Solidarität mit den Hungernden immer weniger mit dem begehrten Lebensmittel vollzogen. Ersatzweise werden an die Gäste Seifenblasen-Behältnisse verteilt die dann durch Pusten in Richtung Traumpaar ein schönes Bild ergeben.

Hochzeitsauto mit Blechdosen und einer folgenden Fahrzeugkolonne:  Aber Vorsicht! das ganze ist heutzutage nicht mehr so ganz legal.

Das tragen der Braut über die Türschwelle

Luftballon steigen lassen mit Überraschungskarten die dann zum Brautpaar zurück geschickt werden können.

Der traditionelle Hochzeitstanz zur Eröffnung (meist ein Wiener Walzer) danach Tanzt dann die Braut mit dem Brautvater und der Bräutigam mit seiner Mutter bevor dann der Tanz für alle eröffnet wird.

Die Hochzeitsrede (meist nach der Suppe und vom Brautvater)

Der Polterabend: hier wurde früher am Tag vor der Hochzeit jede Menge Porzellan zerschmissen und sollte Glück bringen. Heute wird der klassische Polterabend meist durch Junggesellenabschiede ersetzt die Braut und Bräutigam getrennt voneinander mit Ihren befreundeten Geschlechtergenossen und viel Alkohol verbringen.

Die Hochzeitszeitung wird meist von guten Freunden humorvoll zusammengestellt uns ist individuell auf das Brautpaar zugeschnitten.

Regional geprägte Hochzeitsbräuche, die nicht so weit verbreitet sind, gibt es eine weitere Vielzahl.